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„Ich bin bei mir - im Hier und Jetzt“

November 16, 2018

Lee Baxter im Exklusiv-Interview mit ENOUGH is ENOUGH über sein neues Solo-Album, die Liebe und warum er auch weiterhin mit Caught in the Act auftritt.

Lee Baxter präsentiert sein neues Album „True To Me“ • Foto © Michael Otto


Früher ein gefeierter Boyband-Star, heute steht Lee Baxter (48) auch als Solokünstler auf der Bühne. Gerade hat er seine Promo-Woche in Deutschland beendet. Seinen Fans präsentierte er einen Querschnitt aus seinem neuen Album „True To Me“ - inklusive der neuen Single „Heartbeat“. 

 

Aus dem einstigen Teenie-Star ist ein erwachsener Mann mit Tiefgang geworden. Das hört man auch im brandneuen Sound. Baxter trennt sich von seinem alten Produzenten Paul Glaser, geht neue Wege. In seiner Heimatstadt Brighton trifft er den Sänger und Songschreiber Will Hall. Die Chemie stimmt - beide arbeiten fortan am neuen Album. Ohne Management - ohne Label. Das änderte sich, als Baxter Martin Scholz kennenlernt. Der war genauso begeistert, veröffentlichte Baxters Musik bei „Maca Records“, seinem selbst erst vor Kurzem gegründeten Label. 

 

Mit „Unemotional“ startete Baxter im Oktober neu durch, erreichte Platz 6 der Amazon-Popcharts. Am 16. November erschien das neue Album „True To Me“, das in den Amazon-Popcharts direkt auf Platz 11 schoss. Wir trafen Lee Baxter auf seiner Record Release Party in Berlin.

Enough is Enough im Interview mit Lee Baxter • © Michael Otto


EiE: Hey Lee, schön, dass du Zeit für uns hast. Seit unserem letzten Interview ist viel passiert. Wie würdest Du die letzten drei Jahre in nur drei Worten beschreiben?


Lee: „Wachstum. Gelegenheiten. Liebe. Weil - ich bin jetzt seit über drei Jahren mit Jeff zusammen.“

 

Du hast jetzt einen neuen Produzenten, bist als Solokünstler unterwegs. Was war dein bisher schönstes Erlebnis?
 

„Das war mein erster großer Auftritt mit fünf Songs aus meinem Album in Solingen. Obwohl es da noch ein paar Kleinigkeiten gab, die beim Auftritt noch nicht hundertprozentig glatt liefen, war da aber eine Sache, die mich wirklich beeindruckt hat. Und das war die Reaktion der Fans! Sie gaben mir die Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich denke, das war so ein besonderer Moment, denn es war wie ein Zeichen. Eine Stimme, die mir sagte: Weitermachen, weitermachen, weitermachen!“

„Ich liebe die 80er“

Wie haben deine Fans auf deinen neuen Sound reagiert?
 

„Wundervoll! Sie sagen, dass man wirklich hören kann, wie sehr ich es liebe. Ich würde es mit so einer Leidenschaft singen und dass sie genau das mögen. Was doch großartig ist. Ein paar Fans haben gesagt: ,Hey Lee, wir hoffen, es wird so gut sein wie das, was du davor gemacht hast. Und dann haben sie mich gehört und waren begeistert. Ich habe zum Beispiel ein Depeche Mode-Cover von ,Enjoy The Silence’ und von Soft Cell ,Tainted Love’. ,Only You’ von Yazoo und ,Chasing Cars’ von Snow Patrol gesungen. Ich habe mich einfach an verschiedenen Songs ausprobiert und sie mochten eigentlich alles. Und viel wichtiger, sie mögen es meinetwegen. Was ich in die Musik einbringe. Das war für mich gut zu wissen.“
 

Dein neuer Sound klingt sehr nach Musik aus den 80er Jahren.
 

„Ja, das stimmt. Ich liebe die 80er. Da war ich ein Teenager. Du weißt ja selbst, als Teenager ist Musik total wichtig für einen. Für mich war das zumindest so. So mitten in der Pubertät sind deine Emotionen so stark und du bist so empfindlich …  ich denke, dass Musik dich dann besonders stark beeinflusst. Das vergisst du nicht. Und für mich waren das eben die 80er - da war Musik einfach alles für mich.“

Fred Lovett (Schlagzeuger), Harry Caiger (Gitarre), Lee Baxter und Will Hall (Gitarre und Keyboard) v.l.n.r. • © Michael Otto


 

Und das soll man jetzt auch auf deinem neuen Album hören …
 

„Ja, absolut! Trotzdem: Mein Kreativpartner Will Hall und ich haben ja nicht gesagt, ,hey, lass uns ein 80er-Jahre-Album machen’. Wir haben eher damit gespielt, verschiedene Sachen ausprobiert. Ich würde sagen, es ist einfach passiert. Auch, weil ich den Sound der 80er-Jahre eben nach wie vor liebe. ,Stay Away’ war der erste Song, den wir geschrieben haben - eine wunderschöne Klavierballade. Aber ehrlich gesagt, haben wir einfach verschiedene Rhythmen geschaffen, Melodien ausprobiert und einfach gemeinsam geschaut, was daraus entsteht.“

»Das bin einfach ich


Warum findest du deinen neuen Sound besser?
 

„Weil der so ist, wie mein Album heißt: ,True To Me’. Das bin einfach ich. Und es fühlt sich genau richtig so an. Ich finde, wenn man seinem Herzen folgt und ehrlich zu sich selbst ist, dann nehmen das auch die Menschen so wahr. Es ist die Energie, die die Menschen spüren, wenn man echt ist, authentisch ist. Darum ist die Resonanz auf meine Musik bisher auch so gut.“
 

Bei deinen Konzerten sehe ich hauptsächlich Frauen. Was ist denn mit den Jungs?
 

„Gute Frage. Wie hieß das bei Sex and the City? Erst kommen die Schwulen, dann kommen die Mädels, dann kommt der Ruhm. Bei mir scheint das andersrum zu sein. Zuerst kommen die Mädels, dann erst die Schwulen. Nein, im Ernst, klar kommen auch Männer zu meinen Konzerten. Aber ich verrate dir was: Ich glaube, sie werden von den Frauen einfach mitgeschleppt.“ (lacht)

Lee Baxter bei der Record Release Party im Berliner Club „Pfefferberg 13“ • © Michael Otto


„Die Schwulen werden den Song lieben“

Vielleicht?!
 

„Ja vielleicht. Wer weiß das schon? Eine meiner besten Freundinnen sagte mir, als sie das erste Mal meinen Song ,Unemotional’ hörte, dass die Schwulen diesen Song lieben werden. Und ich so: ,Echt?’ Weil, der Song ist nicht gerade das, wovon ich dachte, dass der Großteil der Schwulen das mögen würde. Aber, mal ehrlich. Musik ist und bleibt Geschmackssache. Ich bin ja selber schwul. Und ich persönlich liebe diese Art von Musik.“
 

Hast du eigentlich ein musikalisches Vorbild?
 

„Im Moment stehe ich auf Ladytron. Das ist eine Electropop-Band, die sich 1999 in Liverpool gegründet hat. Mein Freund Jeff ist ein großer Fan ihrer Musik und spielte mir ihre Songs vor. Ich hatte vorher noch nie davon gehört. Als Jeff sich dann zum ersten Mal mein Album anhörte, meinte er sofort, dass einige meiner Sachen wie von Ladytron klingen würden. Und so gingen wir vorletzte Woche ins Roundhouse, ein Club in den UK, um sie mal live zu sehen. Ich war sofort begeistert und fragte mich, wie kommt es, dass ich nichts von dieser Band weiß? Wo wart ihr mein ganzes Leben lang?“ (lacht)

 

 
Und wissen sie mittlerweile von dir?
 

„Nein, ich war ja nur Gast auf ihrem Konzert.“
 

Dann solltest du ihnen dein Album schicken!
 

„Ja, sollte ich, oder?“ (lacht)
 

Am 16. November erscheint nun endlich dein neues Album „True To Me“. Der Titel hat offenbar eine besondere Bedeutung für dich.
 

„Ja, es steht für alles, was wirklich wahr für mich geworden ist. Und es ist auch einer meiner Songs auf dem Album. Ich hatte das Gefühl, dass der Name für das Album genau richtig ist. Und es ist ja auch genau die Richtung, die ich jetzt einschlagen möchte. Wir haben alles selbst produziert. Will und ich haben alles selbst geschrieben und selbst produziert. Es ist einfach genau die Musik, die ich selber mag. Einfach ,True to me’.“

 

Lee Baxter und Band • © Michael Otto


Und hast du auch einen Lieblingssong auf dem Album?
 

„Im Moment ist ,This Game’ mein Spitzenreiter, was so überhaupt kein 80s Sound ist. Der Song hat eine eher eine jazzige Atmosphäre. Es ist wirklich ein echt schöner, cooler Song. Wir haben da noch dieses Instrument hinzugefügt. Ich merke mir den Namen einfach nicht. Warte, ah ich weiß wieder: Mellotron! Das ist ein Instrument, das schon die Beatles benutzt haben. So ein elektromechanisches Tasteninstrument. Sozusagen die analoge Urform des Samplers. Das haben wir dann dem Song hinzugefügt. Also erst hat Will darauf ein wenig gespielt und ich hab dann vorgeschlagen, er solle mal ganz tiefe Noten damit spielen. Wenn du das hörst, dann bekommst du echt überall Gänsehaut und es macht aus dem Song etwas total anderes. Deswegen ist der Song momentan mein absoluter Favorit.“

„In einer Beziehung muss man auch Opfer bringen“

Aber trotzdem kommt jetzt erstmal die neue Single ,Heartbeat’. 
 

„Richtig. Weil ich seit einer gefühlten Ewigkeit immer allen gesagt habe, dass ,Heartbeat’ mein absoluter Favorit ist, wegen des 80er-Jahre-Sounds und diesem wirklich coolen Rhythmus. Deshalb wird das auch meine neue Single.“ 
 

Warum geht’s in dem Song?
 

„Zusammengefasst geht es um das Risiko, dass jeder Mensch eingeht, wenn er in einer Beziehung ist. Alle, die schon mal eine Beziehung hatten, wissen, dass man auch immer Opfer bringen muss. Du musst dein Herz für jemanden öffnen und es einfach wagen. Auch und vor allem auf die Gefahr hin, verletzt zu werden. Ich weiß aber auch, je öfter du verletzt wirst, desto schwieriger wird es. Bei mir war das zumindest so. Nach meinem Ex, wollte ich keine Beziehung mehr. Ich war Single und ich war auch ziemlich zufrieden damit.“ 
 

Ganze drei Jahre lang …
 

„Ja, drei Jahre und ich wäre wahrscheinlich auch noch länger Single geblieben. In einem Interview hat man mich mal über mein Liebesleben befragt und damals sagte ich ganz aufrichtig: Ich will keine Beziehung. Ich bin glücklich, Musik machen zu können. Ich habe meinen Job, ich habe meine Freunde. Ich fühle mich komplett. Und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass ich jemanden brauche. Wahrscheinlich auch, weil ich in meinen Beziehungen so oft verletzt wurde. Ich habe aber auch gesagt, sollte da jemand in mein Leben treten, der mich umhaut, kann sich das auch alles ändern.“

 

Lee Baxter und sein Partner Jeff • © privat


 

Und dann kam Jeff …
 

„Ja! (guckt verliebt zu Jeff) Ein paar Monate nach diesem Interview, trat Jeff in mein Leben. Es war ja nicht so, dass ich krampfhaft nach einen Partner gesucht habe. Wir trafen uns und dann ist es einfach passiert. Jetzt sind wir seit dreieinhalb Jahren zusammen und sehr glücklich.“  

„Ich bin bei mir - im Hier und Jetzt“

Erzähl doch mal von euren Zukunftsplänen.
 

„Du meinst …“
 

Ich meine gar nichts. Ich habe nur nach der Zukunft gefragt.
 

„Also, sagen wir mal so: Eine Hochzeit ist nicht geplant. Das ist im Moment nichts, worüber einer von uns beiden in irgendeiner Weise nachdenkt. Und ich bin nach wie vor hin und weg und sehr verliebt. Aber ich bin jetzt 48 Jahre alt. Ich werde nicht morgen nach Hause kommen und mal eben so spontan heiraten. Ich bin sehr bei mir - im Hier und Jetzt. Wir beide sind das. Ich verrate dir was: Wir wohnen nicht mal zusammen, wir leben ungefähr vier Straßen voneinander entfernt.“
 

Und das ist gut, weil …?
 

„… weil ich denke, und jetzt wird’s vielleicht etwas psychologisch, wir sehen uns, wenn wir uns sehen wollen, und wenn nicht, dann müssen wir auch nicht. Es ist ja nicht so, dass wir, nur weil wir zusammen sind, wir auch immer alles zusammen machen müssen. Wir entscheiden gemeinsam und jeder hat trotzdem seinen Raum. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum unsere Beziehung immer noch so stark ist ... und das schon für so eine lange Zeit. Ich bin ja davon überzeugt, dass das das zukünftige Beziehungsmodell ist, irgendwann machen das alle so.“ (lacht)

„Ich werde Caught in the Act nicht aufgeben“

Wie geht es jetzt eigentlich mit Caught in the Act weiter?
 

„Wir planen wieder einige Konzerte in 2019. Momentan haben wir, glaube ich, bereits elf Termine für 2019 bestätigt. Wir waren ja im Oktober erst in Kiel. Und dann haben wir ein Konzert im Januar. Vier Auftritte im Juni, zwei im August, zwei im September und ich glaube, noch zwei weitere im Oktober.“

 

 
Die CITA-Fans können sich also weiterhin auf euch drei freuen?
 

„Ja klar. Warum sollten wir das aufgeben? Caught in the Act ist ja auch mit ein Grund, warum ich meine Fans habe. Weißt du, es ist einfach schön für mich, mich weiter zu entwickeln und das zu tun, was ich jetzt mache. Und trotzdem möchte ich Caught in the Act nie aufgeben, es macht schließlich auch viel Spaß. Ich kann da viel mehr tanzen (lacht) und all diese tollen Songs mit den Jungs singen. Ich kann doch beides tun. Solokünstler und Boyband. Das ist toll!“
 

Hat sich seit deinem Coming-out im deutschen TV eigentlich irgendetwas für dich persönlich verändert? 
 

„Lass mich nachdenken … Ich glaube nein. Ich kann mich zumindest an nichts Negatives erinnern. Weißt du, die Fans wussten es wahrscheinlich sowieso schon, und wenn nicht, tun sie es jetzt. Ich glaube auch nicht, dass ihnen das überhaupt wichtig ist. Das sind ja nicht mehr die Teenies von früher, die dich heiraten wollen. Die meisten sind heute ja bereits verheiratet, haben Kinder. Sie mögen mich als Person, dafür, wer ich bin, meine Stimme. Sie freuen sich einfach für mich, dass ich mir treu bleiben konnte. ,True to me’, weißt du?“ (grinst)

„Lieb’ dich selbst“

Zum Abschluss gebe ich dir drei Sätze, die du vervollständigen musst. Okay?
 

„Ja, klar, schieß los.“
 

Wenn ich wiedergeboren werde, werde ich.....
 

„… wieder in meine Hose machen und an einer Brust um Milch betteln.“ (lacht)
 

Wenn ich wählen könnte, mit welcher Persönlichkeit ich eine Stunde lang in einem Aufzug feststecke, dann wäre das ...
 

„… Madonna! Sie hat diese unglaubliche Energie, war sich ihrer selbst immer so sicher und ich bin, seitdem ich 15 war, völlig von ihr besessen. Als ich 15 war, waren Stars noch etwas anderes, es war viel schwerer, sie persönlich zu treffen. Ich habe Madonna mal in einem Konzert gesehen, da war ich sechzehn. Ich war damals total überrascht, wie klein sie ist. Aber: Sie hat Großartiges geleistet und ich bin ein echt treuer Fan. Und deshalb würde ich sie gerne mal persönlich kennenlernen. Ich würde gerne einfach mal mit ihr reden. Auch, wenn es in einem Fahrstuhl ist.“
 

Meine Botschaft an die ENOUGH is ENOUGH-Follower lautet…
 

„… lieb’ dich selbst! Wie sagt RuPaul immer so schön? Wenn du dich nicht selbst lieben kannst, wie zum Teufel willst du dann jemand anderes lieben?“

ALLES ZUM NEUEN ALBUM

 

„True To Me“ erscheint am 16. November 2018.

Hier könnt ihr das neue Album ab sofort kaufen, downloaden und streamen:

• Amazon

• iTunes

• Google Play

 

 

Die neue Single „Heartbeat“ erscheint Anfang Dezember. 

 

Die aktuelle Single „Unemotional“ als Video:

 

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