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Exklusiv: Promi Big Brother Kandidat Eloy de Jong über die Zeit im Haus und seine neue Single "Regenbogen"

August 31, 2017

(Foto: © Facebook, Promi Big Brother) 

 

"Ich habe das „NICHTS“ überlebt - was soll mich jetzt noch aufhalten?"

Eloy de Jong begrüßt mich mit einem fröhlichen "Hey Marco, ich wollte gerade für Indy und Ibo kochen", als ich ihn erreiche. Es ist der Mittwochabend nach dem großen "Promi Big Brother"-Finale. Der Caught in the Act-Sänger und Fünft-Platzierte der SAT.1-Reality-Show ist mit seiner neuen Single gerade in die Top 10 der deutschen iTunes-Schlagercharts geschossen. Wir haben  mit ihm über seine Zeit im Haus, seine Mutter und die Zukunft gesprochen. 

 

MARCO: Hey Eloy, die ersten Tage nach dem Promi Big Brother Haus wieder „in Freiheit“. Was hast Du am meisten vermisst?

 

ELOYNa meine Freiheit! Ich war über 2 Wochen in einem Fernseh-Knast eingesperrt und hatte keinen eigenen Einfluss auf mein Leben. Wir alle haben immer nur die Stimme von Big Brother gehört. Er hat bestimmt, wann wir aufwachen, wann wir ein Spiel machen müssen, naja eigentlich alles. Ich hatte keine Möglichkeit, etwas selbst zu bestimmen. Das habe ich am meisten vermisst. Und meine Familie natürlich.  

"Das werde ich nicht vergessen."

MARCO: Nicht alle konnten das im Haus so locker sehen…

 

ELOY: Nein, aber es kommt ja auch immer darauf an, wie man mit so einer Situation umgeht und ich glaube ich konnte sehr gut zeigen, wie wichtig der Teamgedanke für mich ist. Ich habe im Haus wirklich tolle Leute kennengelernt. Das werde ich nicht vergessen.

 

MARCO: Wie hast du deinen Weg im Haus gefunden?

 

ELOY: Am Anfang war das noch okay, aber schnell habe ich gemerkt, naja, wenn mir etwas auf der Seele brennt, dann rede ich natürlich immer mit Ibo oder rufe meine Schwester an, aber das ging ja nicht. Ich habe oft wach gelegen und meine Familie übrigens auch, weil sie sich Sorgen gemacht haben. Wir alle mussten diese Extremsituation ja irgendwie verarbeiten.

 

MARCO: Du hast von Anfang an gesagt, dass du im Haus den Leuten immer die Wahrheit ins Gesicht sagen willst. Was genau war denn dein Problem mit Jens Hilbert?

 

ELOY: Mit Jens? Ich hatte gar kein Problem mit Jens. Wirklich nicht. Und er übrigens auch nicht mit mir. Es ist ein 24-Stunden-Format und daraus werden täglich zwei Stunden zusammengeschnitten. Aber ich muss auch sagen, ich habe mit den anderen Bewohnern einfach eine andere Beziehung gehabt.

„Ich bin total stolz, dass ein geouteter schwuler Mann

den „Promi Big Brother“-Titel gewonnen hat."

MARCO: Mit Dominik und Willi?

 

ELOY: Ja genau, mit den beiden habe ich mich wirklich gut angefreundet. Das einzige, was ich bei Jens bemerkt habe, eigentlich bei allen… jeder hat seine eigene Art, seine Gedanken und Gefühle zu verarbeiten. Und wie eben Jens funktioniert, naja er teilt seine Gefühle eben gern mit anderen und braucht dann auch eine Bestätigung für sein Verhalten, ob das jetzt richtig war oder falsch. Vielleicht kam das manchmal im TV falsch rüber. Nein, ganz im Ernst, ich bin total stolz, dass in diesem Format ein geouteter schwuler Mann den „Promi Big Brother“-Titel gewonnen hat. Das zeigt doch auch, wie weit die Gesellschaft endlich ist.

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MARCO: Hand aufs Herz. Wie ehrlich warst Du im Haus?

 

ELOY: Ich habe es immer gesagt, mein Herz trage ich auf der Zunge und ich bin immer offen und ehrlich. Ich habe mich nie an Lästereien beteiligt - und die gab es genug im Haus - nein, das war alles nicht so mein Ding. Ich habe über keinen Menschen hinterm Rücken geredet, und ich habe ja auch Sarah meine Meinung offen ins Gesicht gesagt. Ich stehe voll und ganz hinter allem, was ich gemacht und gesagt habe. Und hätte ich ein Problem mit Jens gehabt, hätte ich das auch gesagt.

 

MARCO: Du hast ihn dennoch mehrmals nominiert… und doch hat er am Ende gewonnen! Was glaubst Du, war der Grund dafür?

 

ELOY: Na ganz einfach: Ich glaube, dass er ganz beliebt ist! Das ist glaube ich der Grund, wenn man bei so einem Format gewinnt! Der Grund, warum ich ihn nominiert habe und das habe ich ja auch jedes Mal gesagt, ist, dass ich immer geglaubt habe, dass man in so einer Sendung nur ins Finale kommt, wenn man als Team zusammen funktioniert. Und für mich war die Rolle, die Jens im Haus hatte, nicht so deutlich. Da waren für mich andere Personen, die eine deutlichere Position in dieser Promi-Big-Brother-Mannschaft hatten. Das war der Grund. Das war nichts persönliches, sondern Jens’ Rolle für das Team war einfach nicht so groß wie die der anderen.

„Ich bin jetzt 44 und ein stolzer Papa."

(Foto: privat) 

 

MARCO: Welche Rolle hattest Du denn Deiner Meinung nach im Haus?

 

ELOY: Ich bin jetzt 44 und ein stolzer Papa. Im Haus habe ich gemerkt, dass ich diese Rolle dort auch ganz gut ausfüllen konnte. Da kam z.B. Evelyn, die gesagt hat „Wow, ich gucke dir in die Augen und Du siehst gleich, wie ich mich fühle.“ Und Willi hatte das gehabt und bei Dominik war das auch so. Viele Mitbewohner haben bei mir ihre Tränen getrocknet. Vielleicht hat das der Zuschauer nicht gesehen, aber so war das. Und ich liebe es zu Kochen. Das hat man wahrscheinlich auch nicht gesehen.

 

MARCO: Oh doch, Kochen, Putzen und nackt duschen! Wir haben alles gesehen!


ELOY: (lacht) Ich habe vorher mit meiner Familie besprochen, gehe ich nackt unter die Dusche oder mit Badehose. Naja und zuhause duschst Du ja auch nicht mit einer Badehose. Und dann dachte ich, ach warum nicht? Ich muss ehrlich sagen, ich habe die Kamera von oben erst später entdeckt, aber danach habe ich auch gedacht: Naja, nun ist es passiert und jetzt ist auch egal. Ich war da emotional nackt und körperlich nackt. (lacht) And I don’t regret a single move!

 

Ich habe fast jeden Tag gekocht, Essen vorbereitet. In beiden Wohnbereichen - im NICHTS aber auch im ALLES - habe ich immer geputzt, glaube mir, das war wirklich nötig! Ein bisschen wie der Haus-Papa. (lacht)

 

MARCO: Vor deinem Einzug haben wir lange über deine Familie geredet. (EiE berichtete). Wie hat deine Mutter und deine Schwester reagiert auf deine Zeit im Haus und vor allem, als Du wieder draußen warst?

 

ELOYMeine Mutter hat am Anfang versucht die Show anzuschauen, aber nach einer Sendung hat sie nicht mehr geguckt. Ich habe ja auch viel Privates über meine Kindheit und meine Jugend erzählt, und diese Sachen mit dem Zuschauer geteilt. Meine Schwester hat ihr dann täglich erzählt, was passiert ist. Meine Mutter war natürlich eine der ersten Personen, die ich angerufen habe.

„Ich bin ganz stolz, dass du meine Mutter bist.“

MARCO: Und was hat sie gesagt?

 

ELOY: Sie hat gesagt, dass sie ganz stolz ist, dass ich ihr Sohn bin. Und ich habe dann gesagt: „Und ich bin ganz stolz, dass du meine Mutter bist.“ Das war ein sehr emotionaler Moment..

 

(Videomessage von der Familie | Facebook) 

 

MARCO: Uns haben viele Menschen geschrieben und dich sehr gelobt. Du bist für viele junge Menschen ein Vorbild. Ist dir das klar?

 

ELOY: Weißt Du Marco, das ist eigentlich das größte Kompliment, das ich bekommen kann. Weil ich habe ja auch schon in unserem letzten Gespräch gesagt, in meiner Jugend hatte ich kein Beispiel, kein Vorbild. Ich war am Samstag an einer Tankstelle und da kam ein junger Mann, vielleicht 17 oder 18, er hatte, wie sagt man das, Pipi in den Augen und kam zu mir und sagte: „Durch deine Geschichte habe ich jetzt soviel Hoffnung, das alles gut wird. Danke, Eloy!“ Das war toll! Sowas halt...

 

MARCO: Süß! Und was gibst Du allen mit auf den Weg, die immer noch Angst haben, sich zu outen?

 

ELOY: Naja ich habe ja selber jahrelang in einer Blase gelebt, habe Mobbing in der Schule erlebt und ich kann jetzt natürlich einfach sagen „Love is everywhere“, aber so einfach ist das nicht. Ich hoffe einfach, dass ich für viele junge Menschen ein Vorbild sein kann, dass sie den ganzen Mist, den ich erleben musste nicht selbst durchmachen müssen. Und das will ich auch weitertragen - gerne auch mit ENOUGH is ENOUGH! Ihr macht ja einen super Job! Lasst uns einfach gemeinsam daran arbeiten für eine bessere Welt.

Stolz auf sich selbst zu sein, das ist ein Geschenk,

dass wir alle haben sollten.

MARCO:Also, wie lautet deine Botschaft?

 

ELOY: Also, meine Botschaft ist: „Sei stolz darauf wer Du bist!“ Das ist das Ding. Stolz auf sich selbst zu sein, das ist ein Geschenk, dass wir alle haben sollten, weißt Du. Und das jeder Mensch es wert ist, geliebt zu werden! Ich konnte das lange Zeit selbst nicht, aber jetzt kann ich das! Also, sucht euch jemanden, der euch versteht und euch zuhört.

 

(Foto: Facebook) 

 

MARCO: Du hast gerade deine erste Solo-Single veröffentlicht. Sie heißt „REGENBOGEN“ und ist musikalisch, na sagen wir mal, Richtung Schlager-Pop. Warum plötzlich auf deutsch und was hat Dich inspiriert?

 

ELOY: Erst einmal muss ich sagen, dass ich seit einem Jahr intensiv Deutschunterricht nehme und eine Botschaft in Deutsch zu singen, die jeder in Deutschland verstehen kann, das war mein Wunsch! Und Schlager-Pop, naja, was heißt das eigentlich? Wenn man „Love is everywhere“ auf Deutsch singt, ist das auch Schlager-Pop (lacht). Aber wirklich, der einzige Unterschied ist doch die Sprache aber wie man das Genre jetzt nennt ist mir eigentlich scheißegal. Es ist ein Ohrwurm. Ich glaube, man hört das einmal und dann kann man das schon mitsingen. Ich glaube, die Botschaft ist wichtig und das Gute an diesem Song ist, dass da alles drin steckt, was ich erlebt habe. Was wirklich wichtig für mich ist. Regenbogen klingt erstmal, als ob es ein Song für die Gay Community ist, aber für mich steht das in erster Linie für „stolz sein“, egal ob du nun schwul bist oder straight. Das ist doch alles egal. Ich weiß nicht, ob man das sehen konnte, aber ich habe im Haus einen Regenbogen mit meiner Familie an die Wand gemalt… 

 

MARCO: Und dadurch kamst Du dann auf den Titel?

 

ELOY: Ja! Als ich rauskam, dachte ich, okay, jetzt schläfst Du mindestens 13 Stunden, aber nach 2 Stunden bin ich aufgewacht und konnte gar nicht mehr geschlafen. Und dann habe ich einen Zettel genommen und habe so Stichpunkte, die in meinem Kopf waren, aufgeschrieben und dann haben wir, also mein Manager und ich, am nächsten Tag die Lyrics für den Song gemacht. Deswegen bedeutet mir der Song auch persönlich sehr viel. Und ich finde das großartig und bin wirklich stolz, als Holländer ein deutsches Lied rauszubringen. Und ich hoffe, dass es den Leuten gefällt.

 

(Foto: © Screenshot SAT.1) 

 

MARCO: Also Solo-Karriere und Caught in the Act?

 

ELOY: Aber natürlich! Für mich ist die Gruppe und die Jungs so wichtig und ich mache das wirklich supergern. Und es ist auch gut, eigene Dinge machen zu können. Es ist ja nicht das oder das! Es gehört zusammen. CITA ist ein genauso großer Bestandteil meines Lebens, wie meine Solokarriere.

 

MARCO: Und wie lautet Dein Resümee nach Promi Big Brother?

 

ELOY: Ich konnte endlich zeigen, dass ich ein ganz normaler Mann mit einem Freund und einem Kind bin. Es war mir wichtig, mich selber zu zeigen. Ja, 100.000 € ist cool, aber meinen Gewinn habe ich doch schon zuhause. Ich konnte Deutschland zeigen, wie ich lebe und worauf ich stolz bin. Ich habe eine wunderbare Tochter und einen Mann, der mich liebt. Was will ich mehr?

 

"Essen ist gleich fertig!" ruft Ibo aus der Küche. Er hat derweil das Kochen übernommen.

Anmerkung der Redaktion: Danke an Ibo fürs Kochen, an Indy, dass du uns deinen Papa für ein paar Minuten ausgeborgt hast und Danke an Dich, Eloy, dass Du Dir immer Zeit für uns nimmst. 

 

Hier geht`s zur Single "Regenbogen"

 

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(Video: Facebook)

 

 

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