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Endlich angekommen! - Eloy de Jong über sein freies Leben als schwuler Mann!

August 13, 2017

Eloy de Jong über das Versteckspielen als Boygroup-Star und sein freies Leben als schwuler Mann.

 

Als Eloy de Jong die Lobby des Den Haager Hotels betritt, strahlt er alle weg. Sympathisch, echt, offen legt er gleich los mit seinem typischen holldenglischen Sing Sang. Auf dem Sprung nach Deutschland ist er gerade, die Schwiegereltern sind da, Tochter Indy weiß noch nicht, dass er bald länger weg ist, CITA-Auftritte stehen an. Es ist viel zu tun.

 

MARCO: Dann vielen Dank, dass du dir trotzdem die Zeit nimmst für unser Interview. 

 

ELOY: Na klar nehme ich mir Zeit! Ich finde es so klasse, was ihr bei ENOUGH is ENOUGH macht. Extrem wichtig diese Arbeit! Und jetzt habt ihr auch noch die Ehe für alle in Deutschland. Glückwunsch übrigens!

 

MARCO: Ja, toll, oder? Dieses Jahr ist viel passiert. Weißt du eigentlich, wie viele schwule Freunde mir erzählt haben, dass sie als Teenie für dich geschwärmt haben? Aber keiner hat einen Liebesbrief geschrieben. Hättest du den denn beantwortet?

 

ELOY: Auf keinen Fall – die Post wäre ja nie angekommen!  Unser Manager hat damals alles was mit Schwulsein zu tun hatte und was nicht ins Image passte, von uns ferngehalten. Was nicht stattfinden durfte, gab’s auch nicht. Da hätten deine Freunde also umsonst geschrieben. 

 

MARCO: Klingt ja wie ein Gefängnis – oder eher ein goldener Käfig?

 

ELOY: Beides. Das Gefängnis war eher in mir, der goldene Käfig draußen. Wir hatten ja viel: Ruhm, Reisen, Charts, Millionenverkäufe, verrückte Fans, wir waren im Fernsehen, haben tolle Leute kennen gelernt und waren eben auch einsam. Ich jedenfalls. 

 

MARCO: Weil du berühmt warst oder weil du schwul warst?

 

ELOY: In erster Linie weil ich schwul war und das überhaupt nicht leben konnte. Ich hatte ja keine Ahnung, wusste nicht wer ich bin und wie ich das „anders sein“ je leben sollte. Wenn mir mit 20 einer gesagt hätte, mit Ende 30 lebst du mit deinem Mann und deiner Tochter zusammen, hätte ich gedacht der spinnt!

„Wenn Du den Boygroup-Traum leben willst,
musst du die Spielregeln einhalten.“

MARCO: Du hast also in einem Boygroup-Paralleluniversum gelebt. Erzähl doch mal. Wie war das damals?

 

ELOY: Es waren extrem aufregend und unwirklich. Aber offenbar wollte ich das. Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich schon mit 12 erzählt habe: „Ich will mal in eine Boyband und berühmt werden.“

 

MARCO: Hat ja dann auch geklappt.

 

ELOY: Genau. Am Anfang mussten wir noch erzählen, dass wir Freunde sind, die sich entschlossen haben, gemeinsam eine Band zu gründen. Aber das war natürlich Quatsch. Wir waren eine typische Castingband, die erstmal nicht funktioniert hat. Also wurden drei neue Jungs gecastet, ich bin geblieben und CITA war geboren!

 

Unser Manager Cees van Leeuwen war wirklich der Beste in seinem Job, leider ist er schon ein paar Jahre tot. Er hat sein eigenes Geld investiert am Anfang, wirklich an uns geglaubt und den Gastauftritt bei GZSZ organisiert. Von da an ging’s steil nach oben. 

 

Aber als Person, da war er wirklich schwierig! Wir haben ihn den „Pitbull“ genannt, weil er sich so in den Erfolg verbissen hat. Und er hat das super gemacht! Gleichzeitig war immer die Botschaft klar: Wenn Du den Boygroup-Traum leben willst, musst du die Spielregeln einhalten.

 

MARCO: Und das hieß vermutlich den Mädchenschwarm abliefern.

 

ELOY: Ganz genau. Mein ganzes Leben fand ja in der Bravo statt. Niemand wusste, dass ich schwul bin. Nicht meine Eltern, die Jungs nicht und mein Manager schon gar nicht. Der hätte das auch nie erlaubt. Mir war schnell klar, dass ich eine künstliche Disney-Figur bin und wenn ich die Wahrheit sagen würde, dann wäre meine Karriere vorbei. Boygroup Boys müssen zu haben sein. Von Mädchen. Ganz einfach. Ich meine, heute zum Beispiel bei One Direction, die haben während der Karriere schon Freundinnen und so, aber damals war das ein Unding. Wir waren zu haben und wir waren ein Schwarm. Und auch die BRAVO hat ja ständig diese Kurz-Interviews gemacht mit so Fragen wie „Wie sieht deine Traumfrau aus?“, „Wie war dein erster Kuss?“ und „Wie war dein erstes Mal?“ Das war natürlich ein Thema. Oder auch auf VIVA TV - da gab es dann Live-Anrufe von Zuschauern und die haben auch Fragen stellen dürfen, wenn wir zu Gast im Studio waren. Und ich hatte dann immer riesige Angst gehabt, was ich zu antworten habe. 

„Ich habe geschwiegen. Jahrelang.“

MARCO: Und was hast du dann geantwortet?

 

ELOY: Naja, ich habe was erfunden! Bastian hat mir aber auch oft geholfen. Er hat immer gleich die Panik in meinem Gesicht gesehen und ist dann irgendwie eingesprungen, mit eigenen Stories oder einem Spruch. Das größte Problem damals war, dass ich einen großen Teil von mir nicht zeigen konnte. Ich habe mir immer Gedanken gemacht: Bin ich männlich genug? Sind meine Gesten männlich genug? In meinem Kopf war ich ständig damit beschäftigt, darauf zu achten, wie ich mich verhalte. Können die Leute wirklich nicht sehen, dass ich auf Männer stehe? Und dieses Gefühl, ständig beobachtet zu werden - 24/7 - das war echt anstrengend. Und 24/7 ein Geheimnis hüten auch. Irgendwann konnte ich dann nicht mehr und habe die Jungs aus der Band eingeweiht. Ich habe geschwiegen. Jahrelang.

 

MARCO: Und hat sich dann Lee auch gleich mitgeoutet?

 

ELOY: Nein, eben nicht. Und ich hab’ das noch nicht mal geahnt bei ihm. Du kennst ja Lee, er ist ein sehr attraktiver Mann und hatte damals immer Freundinnen und auch wenn wir ständig auf so engem Raum zusammen waren, gab es eben Dinge, die wir nicht voneinander wussten.

„Ich habe in einer Blase gelebt.“

 MARCO: Konntest Du denn überhaupt irgendwie mal Jungs kennenlernen?

 

ELOY: Oh, das war total schwierig! Wir hatten ja auch ständig Sicherheitsleute um uns herum. Überall wurden wir abgeschirmt. Das war alles so organisiert, dass da niemand an uns herankam. Nein, das war am Anfang - als der große Erfolg kam - einfach nicht möglich! Ich habe in einer Blase gelebt. Aber ich kann mich erinnern, da war bei einem unserer ersten Konzerte so ein ganz hübscher 25 Jahre alter Sicherheitsmann bei einem Konzert dabei. Der sah unglaublich gut aus und ich fand ihn total sexy. Aber er hatte natürlich keine Augen für mich, sondern war dafür da, die ohnmächtigen Mädels aus der Masse rauszuholen (lacht). 

 

MARCO: Und irgendwann hattest du dann eben doch eine Beziehung mit einem Mann. Sogar auch ein Promi.

 

ELOY: Ja, ich war eben verliebt. Er war Fernsehmoderator und hat uns interviewt, als wir unsere erste Single in Holland rausgebracht haben. Es war von Anfang an klar, dass es gefunkt hat. Wir waren tatsächlich drei Jahre zusammen und es war ein ganz schöner Spießrutenlauf. Als mein Manager davon erfuhr, wurde ich damals in sein Büro zitiert. Er hat mich regelrecht angefleht: „Hör auf damit! Das ist das Schlimmste, was Du machen kannst! Hör auf mit dieser Beziehung!“

 

MARCO: Hast du aber nicht.

 

ELOY: Natürlich nicht. Ich war ja bis über beide Ohren verliebt. Dann fing die Yellow Press plötzlich an über mich zu schreiben. Aber er hat das natürlich alles abgestritten. Doppelter Druck. Ich weiß noch, wenn ich von einer anstrengenden Tour nach Hause kam, saß mein Freund total glücklich da und hat auf mich gewartet, aber ich war so leer und müde und auch langsam paranoid. Einmal habe ich das Telefonkabel aus der Wand gerissen, weil ich immer dachte, wenn das Telefon klingelt: Jetzt weiß jeder Bescheid und die Presse ruft an, um mich auszufragen! Wann immer ich mit meinem Freund draußen unterwegs war, bin ich fast 10 Meter hinter ihm gelaufen, weil ich Angst hatte, dass uns jemand entdeckt. Das war ganz schrecklich - für uns beide. Wenn ich das mit der Freiheit vergleiche, die ich heute habe: Gestern zum Beispiel war ich mit meinem Freund und unserer Tochter unterwegs, und ich hab ihm auf der Straße einen Kuss geben und die Leute sehen, wir sind zusammen. Das gibt mir so ein stolzes Gefühl. 

 

MARCO: Hattest Du denn je Kontakt zu anderen schwulen Jungs aus anderen Boybands?

 

ELOY: Ja, und das ging ja dann auch durch die Presse. Ich habe 1996 dann bei einer großen BRAVO-Gala Stephen Gateley kennengelernt. Wir hatten uns schon einmal im Flugzeug gesehen, als wir einmal denselben Flug hatten. Und da war der sogenannte „Gaydar“ schon da, klar! Wir kamen ins Gespräch und fanden uns auf Anhieb sympathisch. Wir kannten uns dann fast drei Jahre bis wir als Paar zusammenkamen, das war ziemlich genau ein paar Monate, nachdem sich CITA getrennt hatten. 

„Ich habe immer großen Respekt vor jedem,
der sich schon sehr jung outet.“

MARCO: Wie hat denn damals die Presse reagiert? 

 

ELOY: Die BRAVO hat mich manchmal auf Artikel aus Holland angesprochen, die über mein Schwulsein berichtet hatten, aber sie haben es einfach nie zum Thema gemacht. Erst in der Beziehung mit Stephen von Boyzone haben wir uns ganz offiziell an die Presse gewandt und hatten ein Exklusiv-Interview mit der englischen „Sun“. Ja und dann haben wir entschieden: Okay, jetzt müssen wir dann auch mit der BRAVO reden. Bis dahin war es wahrscheinlich für die BRAVO auch besser für den Verkauf, nichts darüber zu schreiben. Ich meine, Gerüchte gab es natürlich immer ein wenig und wenn holländische Zeitungen 

 

MARCO: Willst du eigentlich mal heiraten? In Holland ist das ja sogar schon länger möglich. 

 

ELOY: Vor sechs Jahren hat Ibo mich gefragt. Das war in einem japanischen Restaurant und wir  waren gerade „schwanger“ mit unseren Zwillingen. 

 

MARCO: Zwillinge?

 

ELOY: Ja, Indy hatte einen Bruder. Für uns war das damals ein Traum! Wir bekommen Zwillinge und an meinem Geburtstag sind wir dann in dieses Restaurant und er hat mir einen Antrag gemacht! Und ich habe natürlich Ja gesagt. Wir haben auch Ringe, in der „Do you wanna marry me?“ mit dem Datum drin steht. Ich war der glücklichste Mensch auf der Welt.

 

MARCO: Und dann?

 

ELOY: Ja dann ist es plötzlich ganz anders gekommen. Der Bruder von Indy kam bereits nach 24 Wochen auf die Welt, und ist direkt gestorben. Es war schlimm und ein ziemlicher Einschnitt in unser Leben. Wir haben Geburtstag und Beerdigung gehabt. Das war sehr traurig für alle von uns. Denn wie Du Dir vorstellen kannst, waren unsere Pläne ganz anders: Wir hatten ein schönes Gebäude für die Hochzeit angemietet, das Catering war bestellt, Künstler engagiert und alle Gäste schon eingeladen. Aber wenn dir so etwas passiert, dann hast du wirklich keinen Platz mehr im Herzen und im Kopf um einfach so zu feiern. Das geht natürlich nicht. 

 

MARCO: Das ist jetzt gut 5 Jahre her... und dein Sohn ist immer bei dir, wenn ich auf deinen Arm gucke.

 

ELOY: Ja, das Tattoo mit Milons Namen war wichtig. Er ist immer dabei. Und wir reden jetzt sogar langsam wieder über Hochzeit. Wir wollen ja auch wirklich heiraten. Indy ist fast sechs, sie ist gesund und fröhlich alles läuft gerade richtig gut. Der Schmerz wegen Milon ist trotzdem immer da, aber es ist besser geworden. Es ist heute besser zu ertragen, verstehst Du? Da half nur Zeit. Und abwarten. Darum sind wir auch den Schritt zum Altar noch nicht gegangen. Es ist auch ganz gut so. Wenn ich mir die Gästeliste von vor sechs Jahren anschaue, da standen fast 200 Leute drauf. Heute wollen wir das lieber etwas kleiner und privater planen. So ein Verlust lässt Dich über vieles nachdenken und neu entscheiden. 

 

(Foto: © Linda Zwerus Photography) 

 

MARCO: Wie ist denn das Verhältnis zu Indys Mutter?

 

ELOY: Das ist super! Die schlimme Zeit hat uns eher noch näher zusammengeschweißt. Sie war heute morgen noch hier, denn an den Wochenenden wechseln wir uns immer ab. Und Montag, Dienstag, Mittwoch ist Indy immer bei uns. Donnerstag und Freitag bei ihrer Mama. Wir reden mehrmals im Monat darüber, wie alles läuft, tauschen uns aus, wie geht es mit ihr in der Schule, und so weiter. Wir organisieren uns gemeinsam. Das ist schön!

 

MARCO: Klingt entspannt. Du hast mir vorhin gleich zum Einstieg zur Ehe für alle gratuliert und ja auch als der Beschluss verkündet wurde, gleich einen Videogruß an uns geschickt. Wie wichtig ist das für dich?

 

ELOY: Superwichtig! Und ihr habt ja auch einen entscheiden Beitrag dazu geleistet. Die „Mein JA habt ihr!“-Kampagne kam auch hier in Holland an. Ich habe ja schon oft gesagt, auch zu dir: Was ihr bei ENOUGH is ENOUGH! bewegt und macht, das ist so wichtig, denn ich glaube, dass Leute durch die richtigen Beispiele lernen können, wie man besser miteinander umgeht. Wenn die Leute sehen, wie es sein kann, und dass ihr mit eurer Arbeit auch Menschen überzeugen könnt, ihre Meinungen zu bestimmten Themen wie die Eheöffnung, zu ändern, dann ist das toll! Ja und wenn sie es dann immer noch nicht begreifen, dass wir keine anderen Menschen sind, dann haben sie doch selbst ein Problem - und nicht wir. Du kennst jetzt meine Geschichte und mein Leben hätte viel einfacher sein können, wenn ich mich in eine Frau verliebt hätte und den vermeintlich „normalen“ Weg genommen hätte, aber ich habe es mir nun mal nicht ausgesucht. Mein Vater war schrecklich im Umgang mit mir, aber so war das nun mal. 

 

MARCO: Dein Vater erkrankte an Alzheimer. Wusste er zu seiner gesunden Zeit denn, dass du schwul bist?

 

ELOY: Ja, meine Mutter hatte es ihm gesagt, aber er sagte nur: „Warum??? Er hat die Frauen praktisch vor seiner Wohnung liegen, und er macht da nichts mit! Warum? Was ist da los?“ Er hat es einfach nicht verstehen können. Es war nicht möglich, mich mit meinem Vater hinzusetzen und darüber zu reden. Meine Mutter blieb bis zum Ende bei meinem Vater, trotz der Diskrepanzen zwischen uns, aber sie war einfach zu lieb um zu sagen, okay, bitte hör jetzt auf, deinen Sohn zu beleidigen. Und dann hat er seine Aggressionen eben gegen meine Mutter gewandt. Er hatte einen regelrechten Hass auf Schwule. Und da gab es noch keine „STOP HOMOPHOBIA“-Sticker von ENOUGH is ENOUGH! (lacht).

„Ich glaube, dass die Gesellschaft nur dazulernt,
wenn andere Menschen vorleben, wie es sein kann.“

MARCO: Richtig. Und schließlich sucht man sich seine Sexualität ja nicht aus.

 

ELOY: Eben. Schwul zu sein ist keine Wahl, ich bin so geboren und das muss gut sein so. Darum liebe ich eure Kampagne mit der Frage „Wann hast Du entschieden hetero zu sein?“, weil es so zum Nachdenken anregt. Ich möchte und das wünsche ich allen Teenagern, keine Angst mehr haben zu sagen: Ich bin schwul! Ich glaube, dass die Gesellschaft nur dazulernt, wenn andere Menschen vorleben, wie es sein kann. Und dass das alles völlig in Ordnung so ist, wie wir leben. Die Zeiten haben sich glücklicherweise geändert und trotzdem ist noch ein langer Weg zu gehen - vor allem weltweit! Und daran können wir alle - und ihr vor allem auch mit eurer Arbeit - mithelfen. 

 

MARCO: Danke für deine Begeisterung! Klingt ja fast schon, als hätten wir einen Deal gemacht, dass du jetzt mal bitte laut von uns schwärmen sollst! 

 

ELOY: Na hoffentlich nicht! Es ist halt einfach so. Ich bin begeistert. So ist das.

 

MARCO: Mutter, Vater, Kind ist damit also noch mal mehr ins Wanken geraten. Ihr seid zwei Papas, eine Mama. Und das Kind scheint sich zu freuen.

 

ELOY: Auf jeden Fall! Besser geht’s doch nicht für ein Kind, wenn alle glücklich sind. Und das Gute ist, in der Schule hat Indy einen Kumpel, der hat zwei Mamas und das ist toll für sie, weil das Besondere für sie damit wegfällt. Und auch das ist ein beruhigendes Bild für die Kids, finde ich, wenn Familien heute eben mehrere Möglichkeiten leben. Kinder lernen heute schon sehr früh, dass alles möglich ist und dass Eltern nicht immer Mann und Frau sein müssen. 

 

MARCO: Sind da die Holländer weiter als die Deutschen?

 

ELOY: Ich glaube nicht. Kinder sind generell ohne Vorurteile. Und wenn wir zeigen können, dass das auch zwei Männer richtig gut machen mit der Erziehung, dann ist das doch toll! Ich sage immer, ich hatte einen Vater und eine Mutter und die waren verheiratet und trotzdem war doch in meiner Jugendzeit nicht alles rosig! Im Gegenteil! Vielleicht hätte ich lieber zwei Papas gehabt, die sich verstehen oder nur eine Mama und dafür eine glücklichere Kindheit. Viele Leute glauben einfach noch an das Märchen vom Prinz und der Prinzessin, aber für das Glück eines Kindes braucht es keine Märchen, sondern Liebe. Und die bekommt Indy von uns - allen.

 

MARCO: Wie nennt dich deine Tochter eigentlich?

 

ELOY: Na, Papa!

 

MARCO: Und Ibo?

 

ELOY: Auch Papa. (lacht) Papa Eloy und Papa Ibo. Sie hat nun mal zwei Väter, so ist das. Und man hört sogar an ihrem Ton, ob sie eher mich braucht oder Ibo. Und wenn sie über einen von uns redet, sagt sie natürlich auch, „Papa hat aber gesagt…“ und versucht, wie jedes Kind auch, das zu bekommen, was sie jetzt gerade möchte. 

„Ich bin wer ich bin!“

 

MARCO: Und ist es für sie interessant, dass sie zwei Papas hat und dass einer davon auch noch berühmt ist?

 

ELOY: Viele Freundinnen und Freunde von ihr sagen, wenn sie bei uns zu Besuch sind: „Oh ich hoffe, ich bekomme auch einen zweiten Vater!“, denn sie sehen auch die positiven Seiten davon. Dass ich allerdings prominent bin, interessiert die Kids nicht. Und Indy schon mal gar nicht. Wir waren zum Beispiel letztes Jahr im Phantasieland und da fragte sie dann: „Papa, warum wollen die Leute alle ein Foto mit dir?“ (lacht) und dann erinnere ich sie an meinen Job. Wenn sie mich mal im Fernsehen sieht, dann ist sie kurz stolz und sagt „Guck mal, Papa, da ist Papa!“ Aber wenn sie mich singen hört, sagt sie zu Ibo: „Ja, Papa, ich kenne das Lied schon… und ich spiel jetzt mal weiter.“ (lacht bei der Vorstellung)

 

MARCO: Großartig! Und wie gehst Du heute mit dir um?

 

ELOY: Heute habe ich die Liebe für mich selber gefunden, ohne das überhaupt von Karriere, Erfolg oder Geld abhängig zu machen. Ich bin wirklich sehr stolz auf mich selbst, denn heute kann ich sagen: Ich bin wer ich bin! Mir ist es jetzt einfach wichtig zu zeigen. dass ich als schwuler Mann auch eine glückliche Familie haben kann. Das Leben sieht vielleicht von außen betrachtet golden aus, aber ich bin nicht mehr in einem Käfig gefangen. Ich kann meinen eigenen Weg gehen, habe auch einen Ersatz gefunden für den stetigen Erfolgsdruck. Ich bin jetzt frei.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben das Interview geführt, bevor bekannt war, dass Eloy ins Promi Big Brother Haus einzieht. PBB ist daher nicht Gegenstand des Interviews. Hier seht ihr seine privaten Filme beim Abschied von seiner Familie und ein Gruß von seinem Freund und seiner Tochter Indy.

 

Fotos & Videos: Facebook | Eloy de Jong

 

 

 

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