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Lee Baxter exklusiv: Über Gewalt und Abhängigkeit in Beziehungen

June 11, 2017

 

Bekannt wurde Lee Baxter (46) Mitte der 90er Jahre als Mitglied der Boygroup „Caught In The Act“, die mit dem Hit „Love is everywhere“ in Deutschland den Durchbruch schaffte und von 1992 – 1998 in weiten Teilen Europas und in Asien internationale Erfolge erzielte. Mit 15 Hit- Singles und mehr als 15 Millionen verkauften Singles und Alben gewann die Band insgesamt 15 goldene und 2 Platin-Schallplatten. Die Band trennte sich 1998 und fand im Jahre 2016 als Trio wieder zusammen. Lee Baxter tritt seitdem wieder gemeinsam mit seinen Bandkollegen von „Caught In The Act“ auf. Im vergangenen Jahr startete ihre große Deutschland-Tournee. Seit einigen Jahren arbeitet Lee Baxter aber auch sehr erfolgreich mit seinem Musikproduzenten und Manager Paul Glaser aus Hamburg zusammen und widmet sich parallel seiner Solo-Karriere. Am 10. Mai 2017 erschien die aktuelle Single „FIRE“. Beruhend auf einer persönlichen Erfahrung, hat das Lied für den gebürtigen Briten eine ganz besondere Bedeutung. Der kürzlich veröffentlichte Videoclip zur Single wurde in Osnabrück gedreht, als Lee Baxter für einen Auftritt vor Ort war. Seine Fans kennen Lee Baxter als stets gut gelaunten, lachenden Sunnyboy. Doch das war nicht immer so. Wie er uns verriet, war seine Vergangenheit alles andere als einfach. Nach dem gestrigen Auftritt mit seiner Band Caught in the Act beim "FFH JUST 90's-Konzert" trafen wir Lee heute morgen direkt zum Interview.

 

EiE (Marco): Lee, du warst gestern noch mit CITA auf der Bühne in Rüsselsheim. Schön, dass du heute Zeit für uns gefunden hast. Wie war's?
Lee: "Hallo Marco, sehr gerne und vielen Dank für Euren Support. Es war großartig gestern! Die Fans sind einfach mega und es war eine wunderschöne Sommernacht. Der Moment, als wir "Love is Everywhere" gesungen haben und 30.000 Menschen mitgesungen haben... Wow, ich hab jetzt noch Gänsehaut und ich bin immer noch total geflasht!"

 

EiE: Das klingt fantastisch. Sprechen wir jetzt doch mal über deine neue Solo-Single. Sie ist seit dem 10. Mai draußen und nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung setzte sich das Lied an die Spitze der iTunes-Download-Charts. Auch bei Amazon ist der Song gleich in mehreren Chartkategorien weit oben. Hast Du mit dem Erfolg gerechnet und wie ist es eigentlich, jetzt auch mal allein auf der Bühne zu stehen?
Lee: "Ich war überglücklich mit dem Charterfolg meiner neuen Single „Fire“ . Ich veröffentliche seit 2014 Singles und jede wurde etwas erfolgreicher als die vorherige. Ich habe erwartet dass es auf diesem Level bleibt. Wie auch immer, meine vorherige Single „Let it rain“ wurde ebenfalls sofort No. 1 in den iTunes Download-Charts und landete bei Amazon in den Top 30. Mir war daher bewusst, dass es schwierig werden würde, diesen Erfolg zu wiederholen, aber der Song wurde dann noch erfolgreicher. Abgesehen von einer erneuten No. 1 bei iTunes schoss meine neue Single bei Amazon auf die 14. Als ich das erste Mal alleine auf der Bühne stand, war ich sehr nervös aber es lief sehr gut. Die Reaktion des Publikums war überwältigend und mein Selbstvertrauen wuchs seitdem mit jedem Auftritt."

"So etwas würde mir niemals passieren“ -  und plötzlich erging es mir genauso."

EiE: In deinem neuen Song „Fire“ verarbeitest du Teile deiner Vergangenheit. Was wissen wir noch nicht von dir und worum handelt der Song?
Lee: "„Fire“ handelt im Allgemeinen davon sich gegen Mobbing/Misshandlung zu wehren, sei es in einer Beziehung, in der Schule, bei der Arbeit oder zuhause. Ich war 3 Jahre lang in einer Beziehung, die geprägt war von Gewalt und Abhängigkeit. Ich blieb dieser Beziehung treu weil ich diese Person aus tiefstem Herzen geliebt habe und hoffte dass er sich ändern würde. Wir haben sogar versucht eine Paartherapie zu machen. Bevor ich in dieser Abhängigkeitsbeziehung gefangen war, habe ich darüber gelesen oder habe es bei anderen Paaren gesehen, die in einer ähnlichen Situation waren. Ich fand es schwierig nachzuvollziehen, warum sie in dieser Beziehung blieben und hielt sie für schwach. Ich erinnere mich, dass ich glaubte : „So etwas würde mir niemals passieren“ -  und plötzlich erging es mir genauso. Was ich gelernt habe ist, dass nichts nur schwarz und weiß ist. Als unsere Beziehung gut lief, war alles bestens. Diese Person hat mich inspiriert, zum Lachen gebracht und war mein bester Freund. Aber er war auch ein Kontrollfreak und manipulativ und wenn es nicht so lief, wie er es wollte, wurde er gewalttätig. Nachdem ich mehrfach geschlagen wurde, habe ich angefangen mich zu wehren. Mir war bewusst, dass es eine sehr ungesunde Beziehung war und fürchtete dass es damit endete, dass einer von uns ernsthaft verletzt werden würde. Er gab mir auch das Gefühl, dass ich ohne ihn nichts wert wäre und nicht überleben könnte. Über den Zeitraum von 3 Jahren habe ich angefangen ihm zu glauben. Es hat mich meine ganze Kraft und Mut gekostet mich aus dieser Beziehung zu lösen und sie zu beenden."

 

EiE: Gewalt in Beziehungen ist ein großes Problem. Wie lange hast du gebraucht, um dir einzugestehen: So kann es nicht weiter gehen!
Lee: "Ich denke, sobald jemand das erste Mal physische Gewalt anwendet, sollte es auch das letzte Mal gewesen sein. Meine Erfahrung sagt, dass derjenige sich niemals ändern wird. Egal wie oft diese Person auch weint, sich entschuldigt oder versucht Dir einzureden, dass Du an allem Schuld bist."

 

EiE: Was würdest du Menschen raten, die in einer ähnlichen Situation stecken?
Lee: "Erzähl es jemandem, rede mit irgendwem, sei es ein Verwandter, ein Freund oder ruf eine Seelsorge-Hotline an. Versuche nicht es alleine zu verarbeiten. Auch wenn Du in dem Moment keinen Ausweg aus dieser Beziehung siehst, glaub mir, es gibt einen. Auch wenn es anfangs so aussieht, dass Du einen hohen Berg besteigen musst, musst Du den Mut finden, den ersten Schritt zu wagen. Versuch einen Fuß vor den anderen zu setzen und habe das Vertrauen, dass das Universum Dir helfen wird."

 

EiE: Du hattest dich ja im letzten Jahr eher beiläufig im Morgenmagazin „Volle Kanne“ in der Öffentlichkeit geoutet. Am Morgen danach haben wir miteinander gesprochen. Was ist seitdem passiert und wie geht’s Jeff?
Lee: "Jeff geht es sehr gut, Danke der Nachfrage. Wir sind beide sehr glücklich über die Reaktionen nach meinem Coming Out und unserer Beziehung. Meine Fans sind stolz auf mich und freuen sich, dass ich Jeff gefunden habe. Er hat mir gezeigt, dass es möglich ist, eine glückliche Beziehung voll von Liebe, Vertrauen und Respekt zu führen."

"Auch wenn Du in dem Moment keinen Ausweg siehst, glaub mir, es gibt einen."

EiE: Wenn du jetzt als Solo-Künstler erfolgreich unterwegs bist - bleibt denn dann überhaupt noch Zeit für Caught in the Act? Wie geht’s weiter mit eurer Band?
Lee: "Auf alle Fälle. Ich liebe es Teil von CITA zu sein. Wir treten das ganze Jahr über auf verschiedenen Festivals auf und wir haben im November und Dezember unsere 2 großen Konzerte : Die „Celebration of love“ Shows in Berlin und Bochum."

 

EiE: Warum glaubst du, ist es wichtig, dass sich schwule und lesbische Künstler*innen auf den Prides präsentieren?
Lee: "Es geht darum, dass die LGBTI Gemeinschaft zusammenkommt um zu feiern und stolz und vereint zusammenzustehen. Dabei ist es ganz egal ob Du ein Veranstalter, ein Helfer, Künstler oder einfach ein Besucher der Veranstaltung bist. Ich persönlich empfinde es als große Ehre auf solchen Veranstaltungen auftreten zu dürfen."

 

EiE: Seit langem bereits unterstützen deine Bandkollegen und Du ENOUGH is ENOUGH! OPEN YOUR MOUTH! Dafür sind wir euch sehr dankbar. Was ist dabei dein Anliegen?
Lee: "Ihr macht einen großartigen Job und helft die Aufmerksamkeit auf Ungleichheit und Homophobie in dieser Welt zu lenken und sendet der LGBTI Gemeinschaft damit eine wichtige Botschaft : Ihr seid nicht allein. Besonders den jungen und verletzbaren Menschen gegenüber. Das ist unbezahlbar."

 

EiE: Die Pride-Season 2017 ist im vollen Gange. Wie und wo feierst du?
Lee: "Letztes Jahr bin ich mit Caught in the Act beim ColognePride aufgetreten und es war eine wunderbare Erfahrung. Die Atmosphäre war elektrisierend. Wenn ich Zeit habe, feiere ich normalerweise mit meinen Freunden den Brighton Pride am ersten Augustwochenende. Dieses Jahre trete ich mit CITA am Samstag, 05.08.17 in Oberhausen auf, aber ich hoffe dass ich rechtzeitig zurück bin um am Sonntag, 06.08.17 in Brighton zu feiern."

 

EiE: Lee, vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast. Worauf können wir uns bei dir in den kommenden Wochen freuen? Wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Lee: "Nichts zu danken. Im Moment und in den nächsten Wochen bin ich damit beschäftigt meine neue Single „Fire“ zu promoten. Ich habe einige Interviews mit verschiedenen Magazinen und Video-Interviews. Außerdem freue ich mich auf mein allererstes Solo Konzert am 19.08.17 im Theater „die Burg“ in Hamburg, für das es noch ein paar Tickets in meinem Fanshop gibt. Den Rest des Jahres bin ich mit Caught in the Act beschäftigt."

 

Am 10. Mai 2017 erschien die aktuelle Single „FIRE“, die bei den Fans großen Anklang fand und sich bereits am Tag der Veröffentlichung in den oberen Rängen der gängigen Musikbörsen platzierte. Der Song stammt aus der Feder von Paul Glaser, der das Lied speziell für Lee Baxter geschrieben hat. Beruhend auf einer persönlichen Erfahrung, hat das Lied für den gebürtigen Briten eine ganz besondere Bedeutung. Der kürzlich veröffentlichte Videoclip zur Single wurde in Osnabrück gedreht, als Lee Baxter für einen Auftritt vor Ort war.

 

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• 19.08.2017 – Theater am Biedermannplatz – DIE BURG – Solo-Konzert – Hamburg
Ein Event der ganz besonderen Art findet diesen Sommer in Hamburg statt: am 19. August 2017 feiert Lee Baxter in Hamburg sein Konzert-Debut als Solokünstler. Erstmalig wird er im Theater am Biedermannplatz – DIE BURG – seinen Fans sowohl seine älteren als auch brandneue Songs präsentieren, die allesamt aus der Feder seines Produzenten und Managers Paul Glaser stammen.

 

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