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“ADAMEVA” – Cooler Pop im Großformat

April 5, 2017

Gemeinsam mit ihrer Mutter Nena saß Larissa Kerner vor Kurzem erst in der Jury bei “The Voice Kids”. Längst ist sie in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten. Doch sie ist nicht nur musikalisch unterwegs, sondern auch als bildendeKünstlerin erfolgreich. Gemeinsam mit ihrer Freundin Marie Suberg hat sie ihr eigenes Pop-Art-Label “ADAMEVA” gegründet. Wie das klingt, könnt ihr im neuen Video „Perlen“ selbst hören. (Video unten) Und – soviel dürfen wir schon verraten – auch schon ganz bald live sehen. Denn: ENOUGH is ENOUGH! präsentiert „ADAMEVA“ am 22. Juli auf dem CSD in Berlin. Wir trafen die beiden zum Interview und sprachen mit ihnen über ihre neue Single, die Liebe und die „Ehe für alle“.

EiE: Hallo Larissa, hallo Mary, schön dass ihr Zeit für uns gefunden habt. Bei euch geht’s ja gerade richtig ab. Auf eurer zweiten Single „Perlen“ werft ihr praktisch alle Vorstellungen, wie Liebe zu funktionieren hat, über Bord. Welches Statement wollt ihr damit setzen?
„Ich bin nicht das, was du willst, du bist nicht das, was ich will. Ich bin, und ich will an deiner Seite sein, wenn du mich an deiner Seite frei und lebendig lässt.“

 

Sehr lyrisch! Warum ist es euch wichtig, ein Zeichen gegen Homophobie zu setzen?
„Der Mensch will und darf frei sein, leben und lieben und dafür respektiert werden, wer er ist.“

 

Habt ihr denn jemals selbst Homosexuellenfeindlichkeit im Musikbusiness erlebt?
Larissa: „Ich finde, gerade in der Musik ist es so wundervoll, dass es keine Grenzen gibt. In erster Linie geht es darum, ob eine Melodie, ein Ton, ein Text einen anderen Menschen erreicht und berührt. Ob ein Mozart, der sich gerade in die Herzen der Menschen spielt, gestern sein Bett mit einem Mann, einer Frau oder wohl mit beiden gleichzeitig geteilt hat, ist mir völlig egal.“

„Wenn es einem Paar ein tiefes Bedürfnis ist, für alle sichtbar und schwarz auf weiß zu unterschreiben, dass sie einander zugehörig fühlen, dann darf ihnen nichts und niemand im Weg stehen.“

Wie habt ihr beide euch eigentlich zusammengefunden?
Mary: „Unsere Freundschaft begann schon im Sandkasten. Wir sind zwar in unterschiedlichen Städten groß geworden und doch miteinander aufgewachsen. Wir haben jedes Glücksgefühl, jede Träne, jede Inspiration miteinander geteilt. Ich kenne ihre Narben, sie kennt meine.“

 

Larissa: „Und wir wollten mehr, viel mehr. Viel mehr miteinander sein, Musik machen, Songs schreiben, das Leben Tag ein – Tag aus miteinander erleben. In der Schule und in der Gesellschaft haben wir uns oft ungerecht behandelt gefühlt. Wir sind da oft auf Menschen gestoßen, die uns weder verstanden, noch irgendwie zuordnen konnten. Ja, und da wir nicht zuzuordnen sind, mussten wir uns eben Platz und Raum schaffen. Zu der Zeit haben wir beide die Schule verlassen, um uns ausschließlich mit uns selbst zu beschäftigen, und vor allem, um unsere eigene Autorität zu sein. Und boom – Mary ist nach Hamburg gekommen, wir sind zusammengezogen und haben ADAMEVA gegründet.“

 

Habt ihr denn selbst einen schwulen oder lesbischen Lieblingsmusiker oder Musikerin?
„Ja klar! Zum Beispiel Joan Jett, Rio Reiser, Frank Ocean, Sam Smith, Freddie Mercury, Beth Dito … sollen wir noch mehr aufzählen!?“

 

Nein, das sind ja schon einige bekannte Namen. Warum haben wir denn in Deutschland eigentlich keine bekannten LGBTI-Künstler, wie George Michael, Will Young oder Beth Dito?
Larissa: „Na das liegt vielleicht daran, dass man in den meisten Ecken von Deutschland immer noch schräg angeschaut wird, wenn man es mag, als Paradiesvogel durch die Straßen zu gehen.“

Und du Mary, würdet Du sagen, die Musikszene ist generell offener, da es schon viele LGBT-Vorbilder im Business gibt? Oder hinkt da Deutschland noch hinterher?
Mary: „Das Musikbusiness lebt von der Vielfalt. In Deutschland wird immer nach links und rechts geschaut, was machen die anderen…? Wenn wir unseren eigenen Style finden, dann müssen wir auch nicht mehr anderen nacheifern und hinterher hinken.“

 

Larissa, deine Mutter Nena setzt sich ja schon sehr lange für Vielfalt ein, wirbt z.B. aktiv für die „Ehe für alle“ und singt über die Liebe. Wie offen wurdest Du erzogen und wie steht ihr zur Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland?
Larissa: „Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass mir meine Mami kurz bevor ich ein großes Mädchen geworden bin, gesagt hat: „Larissi heirate einmal den Menschen, den du wirklich liebst.“ Wir beide finden, wenn es einem Paar ein tiefes Bedürfnis ist, für alle sichtbar und schwarz auf weiß zu unterschreiben, dass sie einander zugehörig fühlen, dann darf ihnen nichts und niemand im Weg stehen.“

„Jeder sollte doch heiraten dürfen wen er möchte.“

Mary: „Weißt du noch als wir uns unbedingt heiraten wollten…!? (lacht) Wir sind wie Schwestern, Mütter, Freundinnen und Wegbegleiterinnen füreinander. Wir wollten uns auch mal gegenseitig heiraten, um wirklich jedem, wirklich jedem klar zu machen, dass uns nichts und niemand auseinander bringen kann. Wir waren sogar auf Facebook in unserem Beziehungsstatus miteinander „verheiratet“…“

 

Obwohl ihr das ja in Deutschland als zwei Frauen gar nicht könnt…
Mary: „Um es auf den Punkt zu bringen: Jeder sollte heiraten dürfen wen er möchte. Vorausgesetzt natürlich es passiert im Einverständnis derjenigen, die sich heiraten möchten.“

 

Larissa, du hast zusammen mit deiner Mutter in der Jury von „The Voice Kids“ gesessen. Die Kids sind in einem sehr jungen Alter. Gerade in dieser Zeit trauen sich viele junge Menschen nicht, zu ihrer Homosexualität zu stehen. Wie war das bei euch am Set? War das ein Thema?
Larissa: „In dem Alter ist das Thema eher, in wen sich wer verliebt hat oder in wen man nicht verliebt ist. Wenn ein Junge einen Jungen küssen möchte, muss das ja nicht immer gleich heißen, dass er schwul ist. Wenn ein Mädchen einen Jungen küssen möchte, heißt das ja auch nicht, dass sie nicht auch ein Mädchen küssen möchte … Teenager sollten sich nicht in Schubladen stecken lassen müssen. Mach und finde raus, wer und oder was dir gefällt! Bei „The Voice Kids“ steht ja ohnehin die Musik im Vordergrund.“

 

Larissa, wenn ein 11-jähriger Junge auf der Bühne einen Song von Adele singen möchte. Darf er das oder wird er dann bei einem Frauensong von euch anders bewertet?

Larissa: „Soll das ein Witz sein…? Mein Bruder, ein großartiger Sänger, singt ständig Songs von Adele. Nein, natürlich nicht!!!! Wir schreiben den Kids nicht vor, was sie zu singen haben. Allerdings besteht unsere Aufgabe auch darin, in ihnen und in ihrer Stimme zu sehen und zu hören, was sie vielleicht noch nicht selbst gesehen haben. Oder gehört. (lacht) Es muss nicht zwangsläufig der aktuellste Hit sein. Manchmal sind auch die Klassiker eine echte Herausforderung für die Kids, an denen ihre Stimmen wachsen können. Ein guter Coach pusht dich da, wo du es am wenigsten erwartest.“

“Liebe ich einen Mann oder eine Frau – ist doch total egal!”

Du, Larissa, bist selbst Mutter von zwei Kindern. Wie offen geht ihr mit dem Thema gleichgeschlechtliche Liebe bei euch in der Familie um?
Larissa: „Ich würde gerne zu dem Punkt gelangen, an dem so etwas in der Gesellschaft gar kein Thema mehr ist. Liebe ich einen Mann oder eine Frau – ist doch total egal! Hauptsache ist doch, man liebt! Wenn meine Tochter jetzt eine Freundin hätte, dann würde mir nicht im Traum einfallen darüber nachzudenken, ob sie jetzt lesbisch ist oder nicht. Ich würde mich nur fragen, ob sie glücklich ist. Wie ist die Liebe? Ist sie leicht, ist sie anstrengend? Ist sie stark?“

 

Das sehen die Rechtspopulisten in unserem Land ganz anders. Sie wettern massiv gegen sexuelle Aufklärung und Vielfalt in Schulen. Was sagt ihr denn Menschen, die sagen: „Sowas gehört nicht in die Schule!“?
„Wir würden sie wahrscheinlich fragen, ob sie hinterm Mond leben…

 

Kurze Frage zum Schluss: Was möchtet ihr unseren Leser*innen mit auf dem Weg geben?
„Wir möchten allen Menschen sagen, die Angst haben, zu sich selbst zu stehen – egal in welcher Form – dass es sich lohnen wird, es doch zu tun! Denn du tust es für dich selbst und nicht dafür, dass du von anderen verstanden wirst. Das wäre natürlich wünschenswert, aber von Erwartungen kann man nichts erwarten.“

 

Aber euch werden wir definitiv erwarten! Wir freuen uns auf euch beim CSD in Berlin vor hunderttausenden Menschen vor dem Brandenburger Tor!
„Das wird toll! Wir danken euch! Und macht weiter so.“

 

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