Ihr habt sie gekürt: Die offen lesbische AfD-Politikerin und der offen schwulen Publizisten und Theologen sind die Gewinner*innen des „Titels der Schande“.

 

Wir riefen euch am 19.10. in sozialen Netzwerken auf die nach ihrer Meinung homophobsten Menschen in Deutschland zu nominieren. AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel und der Theologe und Publizist David Berger sind Siegerin und Sieger der Wahl zur „Miss und Mister Homophobia 2017“

 

Ihr wurdet gebeten, Vorschläge einzuschicken, wen ihr im letzten Jahr als besonders homophob empfunden habt. Durch eure Nominierungen wurden die Kandidat*innen zur Wahl gefunden. 2017 waren bei der Abstimmung erstmals auch Männer als Kandidaten zugelassen. Die Gewinner der Vorentscheidung waren David Berger, Alice Weidel, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Beatrix von Storch, Alexander Gauland und Hedwig von Beverfoerde, die bereits 2015 und 2016 „Miss Homophobia“ geworden war.

 

An der finalen Abstimmung zum Titel nahmen 9339 Menschen teil. Mit 31,66% der abgegebenen Stimmen gewann David Berger haushoch. Auf Alice Weidel entfielen immerhin noch 19,8% aller Stimmen. Mit 15,2% landete Vorjahressiegerin von Beverfoerde auf dem dritten Platz. 13,9% aller Stimmen bekam die Bundeskanzlerin, Beatrix von Storch noch 9,92% und Alexander Gauland 9,43% der abgegebenen Stimmen. 

 

Warum über die Hälfte aller Abstimmungs-Teilnehmenden sich mit Weidel und Berger für eine offen lesbisch lebende Politikerin und einen offen schwulen Publizisten als homophobste Menschen in Deutschland entschieden haben, erklärt Marco Schenk, Gründungsmitglied von ENOUGH IS ENOUGH, so: 

 

„Die deutsche und internationale LGBTI*-Community lebt von Solidarität mit- und untereinander. Den allermeisten von uns ist bewusst, dass man eine Diskussion über Homo- und Transphobie nicht führen kann, ohne gleichzeitig über andere Formen von Diskriminierung zu reden. Egal ob sie sich gegen Frauen, Migranten, Behinderte, Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans* oder andere marginalisierte Gruppen richtet, es ist und bleibt immer gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit! Die Wahl von Berger und Weidel beweist einmal mehr, dass die deutsche LGBT*-Community diese übergreifende Solidarität einfordert und als wichtigen Bestandteil ihres gedanklichen Grundgerüsts begreift. 

Kann man als lesbische Frau im Vorstand einer Partei agieren, deren andere Mitglieder immer wieder mit homophoben Äußerungen Schlagzeilen machen? Kann man als schwuler Mann einen Blog betreiben, in dem Texte veröffentlicht werden, in denen die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare mit Kindesmissbrauch verquickt wird? Die Teilnehmer*innen an unserer Abstimmung haben darauf eindeutige Antworten gefunden. Natürlich ist auch das ein weiterer Hinweis darauf, dass wir vermehrt über Diskriminierung innerhalb der LGBTI* Community diskutieren können.“ 

Die Karikatur von Bernd Ertl seht ihr hier unten. Als wir den Zeichner gestern Nacht fragten, einen der beiden zu zeichnen, hat er sofort “Ja” gesagt. Er meinte dazu: “Ich finde, Alice Weidel verdient auf alle Fälle eine adäquate Abbildung, deshalb wollte ich hier gerne mithelfen.” Für den “Mister Homophobia” hat sich noch niemand gefunden, der ihn darstellen möchte. Wer Lust hat, der meldet sich bitte an presse@enough-is-enough.eu.

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